Iason ist jetzt seit fast drei Monaten bei mir und die gesamte Zeit bestand fast ausschließlich aus Therapie. Eine Therapie folgte der anderen. Die schlimmste Zeit, wohlmöglich seines ganzen Lebens, liegt jetzt hinter ihm.
Zunächst wurde er wegen seiner schweren Bissverletzung mit hoch dosierten Antibiotika behandelt. (3 Wochen Therapie, 1 Woche Pause, 1 Woche Therapie) Das Gute daran war, er musste kein zweites Mal operiert werden. Allerdings haben sich immer wieder Abzesse gebildet, die mehrmals unter örtlicher Betäubung geöffnet und gespült wurden.
Die Antibiotika Therapie setzte seinem Magen Darm Trakt sehr zu. Daher habe ich ihm parallel Prä- und Probiotika verabreicht. Aber sein Durchfall war hartnäckig und es stellte sich heraus, dass er Giardien hatte. Auch das wurde mit Antibiotika behandelt. Es waren insgesamt 3 Behandlungszyklen erforderlich. Die Giardien wurden erfolgreich eliminiert und durch eine Kotprobe im Labor negativ auf Giardien und andere Parasiten getestet.
Leider wollte sich sein Durchfall immer noch nicht bessern, aber es war kein Giardien Durchfall mehr, den Unterschied kann man riechen! Somit fing ich an, ihm Hypoallergenes Trockenfutter zu geben ohne Erfolg. Ich wechselte zu einer anderen Marke…..bis ich endlich mit der vierten Marke Erfolg hatte.
Es handelte sich also um eine Futtermittelunverträglichkeit. Um die Diagnose zu sichern musste man alle anderen möglichen Erkrankungen ausschließen. Deshalb wurde:
– großes Blutbild Gastro
– Durchfallprofil Kot Untersuchung
– Ultraschall Bauch
gemacht und somit die Diagnose „Futtermittelunverträglichkeit“ gesichert.
Bei der Blutuntersuchung wurde eine leichte Anämie diagnostiziert. Inzwischen wurde die Anämie zum zweiten Mal kontrolliert, er ist auf dem Weg der Besserung.
Iason konnte bis jetzt nicht geimpft werden. Die Impfung würde seinen Körper zusätzlich belasten und er befindet sich jetzt in der Erholungsphase und könnte frühestens in zwei Wochen geimpft werden, so die Tierärztin. Allerdings gibt es auch da eine Einschränkung. Er wird gegen Tollwut erst einmal nicht geimpft, damit sein Körper sich nicht mit mehreren Impfstoffen auseinander setzen muss.
Das ist leider noch nicht alles. Mir ist vor kurzem aufgefallen, dass die Pupille an seinem rechten Auge auffällig war. Daraufhin habe ich ihn bei einem Augenarzt in der Tierklinik Sottrum vorgestellt. Die Linse war vorübergehend mit der Iris verklebt. Es stellt für ihn kein Problem dar und ist nicht Schmerzhaft. Bei der Untersuchung wurde als Zufallsbefund grauer Star diagnostiziert. Es handelt sich um eine kleine Stelle. Ob und wann der grauer Star seine Sehfähigkeit beeinträchtigt, kann der Arzt nicht vorhersagen.
Das alles waren körperliche Schmerzen und er war die ganze Zeit so tapfer! Er wurde nie unruhig oder aggressiv. Ich konnte ihm seine Medikamente problemlos verabreichen. Alle Ärzte und Helfer/innen haben sich selbstverständlich in ihn verliebt. Er hat jede Untersuchung bravourös gemeistert.
Jetzt ist es Zeit, seine Seele zu heilen. Dafür braucht er ganz viel Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit.