Tierschutzverein OHZ e.V.

Seit 1986 - regional - präventiv - engagiert

Zuständig für: Osterholz-Scharmbeck / Ritterhude / Schwanewede / Samtgemeinde Hambergen

Tierschutz im Herbst – mit einfachen Maßnahmen Wildtieren helfen

Wenn die Tage kürzer werden, das Laub fällt und die Temperaturen langsam sinken, beginnt für viele heimische Wildtiere eine wichtige Zeit. Sie suchen Nahrung, legen Reserven für den Winter an oder benötigen geeignete Plätze, an denen sie die kalten Monate verbringen können.

Wer einen Garten besitzt, kann jetzt mit erstaunlich einfachen Maßnahmen helfen. Und manchmal bedeutet praktischer Tierschutz im Herbst sogar, etwas weniger zu tun.

Laub und Reisig dürfen liegen bleiben

Ein vollständig aufgeräumter Garten mag ordentlich aussehen – für viele Tiere verschwinden damit jedoch wichtige Rückzugsorte.

Laub, Äste, Reisig und abgestorbene Pflanzenteile bieten zahlreichen Kleintieren Schutz. Besonders Igel nutzen dichte Hecken, Laub- und Reisighaufen als Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeiten.

Wenn es die Platzverhältnisse zulassen, richten Sie deshalb eine ruhige Ecke im Garten ein, in der Laub und Reisig über den Winter liegen bleiben dürfen. Auch verblühte Stauden müssen nicht sofort zurückgeschnitten werden. Sie können Insekten Schutz bieten und ihre Samen dienen verschiedenen Vogelarten als Nahrung.

Ein naturnaher Garten muss also keineswegs ungepflegt sein. Schon eine kleine bewusst „wilde“ Ecke kann einen Unterschied machen.

Vorsicht bei Gartenarbeiten

Gerade im Herbst wird noch einmal gemäht, geschnitten, geharkt und aufgeräumt. Bevor Sie Laub- oder Reisighaufen bewegen oder in dicht bewachsenen Bereichen arbeiten, schauen Sie bitte nach, ob sich dort bereits ein Tier zurückgezogen hat.

Besondere Vorsicht ist bei motorisierten Gartengeräten geboten. Mähroboter können insbesondere für Igel gefährlich werden. Igel flüchten bei Gefahr häufig nicht, sondern rollen sich zusammen. Dadurch können sie von den Geräten schwer verletzt werden.

Auch auf Laubsauger und Laubbläser sollte möglichst verzichtet werden. Mit Rechen und Harke lässt sich Laub gezielter bewegen, während Kleintiere und Insekten besser geschont werden.

Wasserstellen nicht zu früh wegräumen

Nicht nur im Hochsommer benötigen Wildtiere Zugang zu Wasser. Eine flache Wasserschale kann deshalb auch im Herbst noch sinnvoll sein.

Wichtig ist dabei die Hygiene: Das Wasser sollte regelmäßig erneuert und die Schale sauber gehalten werden. Flache Gefäße mit rauer Oberfläche sind gut geeignet. Bei tieferen Schalen können Steine als sichere Tritt- und Ausstiegsmöglichkeiten dienen.

So können je nach Standort beispielsweise Vögel, Igel und Insekten von der Wasserstelle profitieren.

Weniger Licht hilft nachtaktiven Tieren

Mit den kürzer werdenden Tagen schalten wir auch im Garten und rund ums Haus häufiger das Licht ein. Dauerhafte Außenbeleuchtung kann jedoch nachtaktive Tiere und Insekten beeinträchtigen.

Deshalb gilt: Außenlicht möglichst nur dort und so lange einsetzen, wie es tatsächlich benötigt wird. Bewegungsmelder können dabei helfen. Wo eine Beleuchtung notwendig ist, sollte sie möglichst gezielt nach unten ausgerichtet sein und nicht unnötig Garten, Bäume oder Himmel anstrahlen.

Auch ein dunkler Garten kann also aktiver Tierschutz sein.

Nicht jeder Igel braucht menschliche Hilfe

Im Herbst begegnen uns häufiger Igel, die auf Nahrungssuche sind und sich auf den Winter vorbereiten. Ein gesunder Igel sollte grundsätzlich möglichst in seiner natürlichen Umgebung bleiben.

Hilfe benötigen insbesondere offensichtlich verletzte oder kranke Tiere. Auch ein Igel, der bei winterlichen Bedingungen auffällig unterwegs ist oder einen deutlich geschwächten Eindruck macht, sollte genauer beobachtet werden.

Wichtig: Nehmen Sie einen Igel nicht vorschnell mit nach Hause. Wenn Sie unsicher sind, ob ein gefundenes Tier Hilfe benötigt, wenden Sie sich an eine fachkundige Wildtierstation, eine Tierarztpraxis oder einen Tierschutzverein.

Und bitte stellen Sie Igeln keine Milch hin. Wenn Sie eine Wasserstelle anbieten möchten, verwenden Sie frisches Wasser.

Ein tierfreundlicher Garten darf ein bisschen unordentlich sein

Praktischer Tierschutz muss nicht kompliziert sein. Oft helfen bereits kleine Veränderungen:

Laub und Reisig liegen lassen, verblühte Pflanzen nicht sofort zurückschneiden, bei Gartenarbeiten genauer hinschauen, auf problematische Gartengeräte verzichten, Wasser anbieten und nachts nicht unnötig den Garten beleuchten.

Was für uns vielleicht nach einer etwas unaufgeräumten Gartenecke aussieht, kann für ein Wildtier ein wichtiger Rückzugsort für den Winter sein.

Unser Tipp für diesen Herbst: Lassen Sie ganz bewusst eine kleine Ecke Ihres Gartens in Ruhe. Vielleicht zieht dort schon bald ein tierischer Wintergast ein.

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